LUKAS R. VOGEL

1959 im Aargau geboren, zieht Vogel 1980 ins Engadin, wo er sich zu einem der bedeutendsten und produktivsten, zeitgenössischen Maler der Region entwickelt. 

Der Umzug gilt als Wegweiser für die stilistische Vielseitigkeit von Lukas R. Vogel. Während die Jahre vor 1981 von einem rein naturalistischen Skizzenstil geprägt sind, werden die Bilder in den darauffolgenden Jahren farbig. Eigene Fotografien dienen als Grundlage für die naturgetreuen Gemälde. Dabei hat es ihm ein Berg besonders angetan: der Piz Palü, den er über dreissigmal bestiegen hat.

Der Autodidakt, der niemals durch Lehren der Kunsthochschulen geformt wurde, lebt sich durch diverse Experimentierphasen – wie zum Beispiel die Baum- oder Explosionsphase, die Inferno- und Spektralphase sowie einige surreale und plastische Ausflüge – aus.

Geprägt wird das Werk Vogels vorrangig durch die eigenen Bergerlebnisse, die Faszination der sich schnell verändernden Stimmungen sowie am Anfang seiner Karriere durch die dramatisch-romantischen Darstellungen von Alexandre Calame oder dessen Lehrer François Diday.

Mit „Verum“ entsteht eine klare Linie der realistischen Bergmalerei. Neben dem Piz Palü und Gipfeln des Bergells malt er auch Ansichten aus den Berner Alpen und dem Wallis sowie dem Himalaya.

Von Tempera- und Acrylfarben wechselt er schliesslich zu Öl- und Alkydharzfarben. Die Bilder werden grösser. Die Werkreihe „Impression“ stellt helle Bergflanken mit echtem Blattgold vor einem einheitlichen Hintergrund dar, einzelne in den Schatten gesetzte Baumelemente erinnern an den naturalistischen Ansatz. Aus dem Stil „Impression“ entwickelt sich die Reihe „Momentum“. Markante Gipfel werden allein durch das auf sie fallende Licht dargestellt. Dazu braucht Vogel, der seine Werke vor allem in den beiden Ateliers im Bergell und im Engadin – selten in der freien Natur – malt, zwischen einem und sechs Monaten, für manche sogar mehrere Jahre.

Eine weitere Stilrichtung sind die Tagesbilder, Porträts und Stillleben mit verschiedenen Motiven, wie Bergeller Stallfenster und -türen in der Art des klassischen Trompe-l’œil.

Seine Schaffensperiode ist niemals nur durch einen Stil geprägt. Er malt nach Lust und Laune. Selbst in der Weiterentwicklung seiner malerischen Ausdrucksformen bleibt er sich treu und kreiert immer wieder Werke, die den vorherigen Stilen entsprechen. Zudem entstehen regelmässig Unterkategorien und verschiedene Experimente. Dazu gehören die Bilder „PopMomentum“. In diesen Gemälden sind die Grate und Flanken, wie bei den realistischen Gemälden vollständig und detailgetreu fertiggemalt, während die Schattenseiten ganz fehlen oder nur mit wenig dunklen Felsen angedeutet sind. Erstmals finden Farben wie Grün, Magenta und Violett Verwendung und erneut werden faszinierende Ansichten der geliebten Gipfel kreiert. Die letzten Schaffensjahre des Künstlers sind von Schwarz-Weiss-Adaptionen der Werkreihen „Verum“, „Momentum“ sowie „Impression“ in Schwarz beeinflusst.

Lukas R. Vogel stirbt am 5. Juli im Oberengadin nach einem langen Kampf gegen den Krebs.